DGL kooperiert künftig mit Firma John Deere

Neu gegründetes Unternehmen soll Vertrieb in weiten Teilen Ostbayerns abdecken

Straubing/Regensburg. Das Unternehmen Donau-Gäuboden-Landtechnik (DGL) ist neuer Vertragspartner des Landmaschinenherstellers John Deere. Ab Mitte Dezember dieses Jahres wird die neu gegründete DGL den Vertrieb und den Service für die US-Marke übernehmen, so die beiden DGL-Geschäftsführer Norbert Freitag und Stefan Weger. Das Händlergebiet der beiden deckt dabei den nordöstlichen Teil Niederbayerns und den südlichen Teil der Oberpfalz ab.

Als der Straubinger Unternehmer Freitag erfuhr, dass seit vergangenem September das John-Deere-Händlergebiet in Niederbayern vakant ist (wir berichteten), wollte er diese Gelegenheit nutzen. Denn Freitag, Inhaber des gleichnamigen Renault-Autohauses und Vertragshändler des Lkw-Herstellers Iveco-Magirus, spielte schon länger mit dem Gedanken, sich ein drittes Standbein mit dem Verkauf von Landtechnik zu schaffen. "Ich habe eine Affinität zu Traktoren", sagt der passionierte Oldtimer-Sammler dieser Maschinen.

Für die Realisierung seiner Geschäftsidee holte sich Freitag seinen langjährigen Freund Stefan Weger mit ins Boot. Weger ist eigenen Angaben zufolge seit 1965 Landmaschinenhändler in Regensburg und seit 1997 John-Deere-Vertragshändler. Mit dem Konzept "etablierter Deere-Händler und alt eingesessener Unternehmer aus dem Gäuboden" habe man sich dann bei der deutschen Zweigniederlassung von John Deere in Bruchsal (Baden-Württemberg) um das vakante Gebiet beworben. Freitag und Weger erhielten den Zuschlag. "In dieser Konstellation sehen wir die Basis für eine gute und langfristige Zusammenarbeit", so Thomas Höglmeier, Deere-Verkaufsleiter für Süddeutschland.

Bis zum 15. Dezember dieses Jahres soll die Gründung des neuen Unternehmens DGL notariell in trockenen Tüchern sein. "Unsere Firma wird eine Vertriebsgesellschaft, die paritätisch von Stefan Weger und mir geführt wird", sagt Freitag.

Im Raum Leiblfing (Kreis Straubing-Bogen) soll die Zentrale der DGL entstehen. Der Baubeginn sei für März 2012 geplant, die offizielle Eröffnung soll während des Gäubodenvolksfestes stattfinden. Etwa 35 Arbeitsplätze sollen am Firmensitz geschaffen werden. Im Moment veranschlagen die beiden Geschäftsführer für den Neubau 1,5 bis zwei Millionen Euro.

Darüber hinaus sind laut Weger fünf weitere DGL-Standorte vorgesehen. Sein Standort in Regensburg werde zu einer Filiale. Dort seien aktuell 25 Mitarbeiter beschäftigt. Auch in Steinach (Kreis Straubing-Bogen), auf dem dortigen Freitag-Gelände, soll eine Filiale entstehen. "Die Baumaßnahmen haben bereits in dieser Woche begonnen", so Freitag. Weitere Standorte werde es in Langenisarhofen (Kreis Deggendorf), in Wallersdorf (Kreis Dingolfing-Landau) und in Höchensee (Kreis Schwandorf) geben. "In den nächsten zwei bis drei Jahren gehen wir für die DGL von einer Gesamtmitarbeiterzahl von etwa 100 aus", sagen beide Geschäftsführer. Für die kommenden drei Jahre rechnen Freitag und Weger momentan mit einer Gesamtinvestitionssumme in Höhe von drei Millionen Euro.

Angst, in Zeiten der Schulden- krise mit all ihren Begleiterscheinungen, mit einer Unternehmensgründung ein Risiko einzugehen, haben Freitag und Weger nicht. Trotz der derzeitigen Situation seien die Voraussetzungen für die DGL gut. Das Geschäft mit Landtechnik habe schon in der vergangenen Krise nicht so starke Ausschläge nach unten verkraften müssen wie andere Branchen, so Weger. "Außerdem denken unsere zukünftigen Kunden nicht in Zyklen, sondern in Generationen", sagt er. Das gebe Sicherheit.

"Aber nicht nur die Landwirte planen langfristig, sondern auch das Unternehmen John Deere", sagt Freitag. Planungszeiträume von fünf bis zehn Jahren seien da ein großer Vorteil für einen Vertragshändler. Ein weiterer Grund, warum sich die beiden Geschäftsführer keine Sorgen um ihr neues Unternehmen machen: der Gäuboden. "Diese Region ist deutschlandweit das beste landwirtschaftliche Gebiet. Das ist eine sehr gute Voraussetzung für das Landtechnikgeschäft", sagen Freitag und Weger.

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